Undina

 

Undina „Die Wasserfrau von Pyrmont“

Was ist Undina eigentlich: Kultur, eine romantische Wasserfrau, Theater, Gesang & Musik – die ins Herz geht, viel Tanz drumherum oder einfach nur eine Veranstaltung?

Oder aber doch eine Aufführung für die ganze Familie, die auf die Sekunde genau zwischen Musik, Bewegung, Gestik und Mimik abgestimmt ist und eine tiefgründige Botschaft übermittelt?

Für viele sicherlich sehr schnell in einer dieser Kategorien zuzuordnen, für manche jedoch nicht so schnell! Eine Aufzeichnung der Uraufführung von 2016, die ich mir angeschaut habe, machte mich neugierig.


Undina

 


Die Wasserfrau zeigt sich in einer besonderen Art und Weise, ganz anders!

Eine Aufführung in abgeänderter Form, diese lehnt an die Verfassung von Friedrich de la Motte Fouqué an.

  • 1811 erschien in Berlin Undine, eine mit fantastischen Elementen durchsetzte, teilweise im Märchenton verfasste Erzählung. Quelle: Wikipedia

Da ich mich nicht damit zufriedengeben wollte, das Singspiel nur in eine dieser Kategorien zuzuordnen,  denn die Aufführung sprach mich auf unterschiedlichsten Ebenen an, wollte ich mehr erfahren und vereinbarte ein Gesprächstermin mit dem Musikschuldirektor vor Ort, Herrn Mehring.

So bekam ich Informationen aus erster Quelle. ;)

Undina

Das Singspiel ist neu inszeniert und wird hier in Bad Pyrmont aufgeführt. Undina umrahmt sozusagen das Wassermusikfestival vom 06.– 08.11.20

Das Bad Pyrmont einige Wasserquellen aufzuweisen hat, darüber habe ich hier berichtet. (Durch den Verzehr des Quellwassers kann es möglich sein, eine wunderbare heilende Wirkung zu erzielen.)

Bei der Singspielaufführung, indem auch die Wasserquellen eine Rolle spielen, spielen sich die Szenen vorwiegend außerhalb des Wassers ab, jedoch liegt das Detail in der Tiefe.


Was ist das Ziel der neuen Inszenierung?

Herrr Mehring:

Hauptziel soll es sein, ein neues Festival zu schaffen, mit dem sich Gäste und Mitwirkende gleichermaßen mit dem lebenserhaltenden Element Wasser, als Synonym für die Erhaltung der Natur, identifizieren können.

Es soll dazu beitragen, dass eines der grundlegenden Werte des Niedersächsischen Staatsbades, das Quellwasser für neue Zielgruppen neu beleuchtet wird.

Und so ist es kein Zufall, dass neben den künstlerisch sehr hochklassig besetzten Veranstaltungen und Konzerten nebst Wasser-Tasting, auch Pyrmonts Musiktheater Undina als Namensgeberin im Zentrum des Festivals steht.

Mir ist aufgefallen, dass ich mich nach der Aufführung noch einige Zeit damit beschäftigt und nachgedacht habe. Ist das auch ein Ziel?

Herr Mehring:

Uns, die Autoren von Undina: Jörg Schade und Carl-Herbert Braun (Pyrmonter Theatercompany) mit dem Libretto und ich mit der Musik, hat immer der philosophische Hintergrund dieser Geschichte angeregt, der weit über eine allzu menschliche Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang am Hylligen Born hinausgeht.


 


Undine in Deutsch, ist eine Figur und hat sich Ende des 18. Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelt.

 

Es geht um die Naturphilosophie von Jean-Jacques Rousseau Ende des 18. Jahrhunderts ist die Natur entdeckt worden, die Menschen hatten kein Verständnis für Geschichte. Man hat von der Natur gelebt, aber es gab kein Gefühl dafür, dass Natur etwas Eigenständiges ist und auch als schön empfunden werden kann.

Es wurde die Idee geboren zu reisen, denn das gab es zuvor noch nicht. Reisen war immer sehr gefährlich, nicht nur wegen der Räuber, auch wegen der Natur und schlechter Wege. Man wäre nicht auf die Idee gekommen, irgendwo hinzureisen und sich etwas anzuschauen. Menschen, die es sich leisten konnten, fingen Anfang des 19. Jahrhunderts an z. B. in die Alpen zu fahren um zu schauen, wie sehen Berge aus.

Aus dieser Zeit stammen die meisten Erstbesteigungen der Berge.


In diesem Zusammenhang verbreitete sich in Deutschland die Undinen Geschichte durch Friedrich de la Motte Fouqué

Dies ist eine gängige Novelle: Undine – und sie ist die Grundlage.

Daraufhin sind weitere Werke von Komponisten entstanden, die auch in Bad Pyrmont waren. Eine bekannte Oper von Albert Lortzing war Undine. Ein weiteres Beispiel ist von Hans Werner Henze, er schrieb ein Ballett zu Undine. Die Meerjungfrau in Kopenhagen, aus der Walt Disneys Arielle machte, ist im Grunde dieselbe Idee.


Die Geschichte in Kurzform:

Eine Wassernymphe, trägt ewige Schönheit, wird nicht älter. Sie besitzt keine Seele, diese kann sie nur bekommen, wenn sie von einem Sterblichen geliebt wird.

Die Geschichten gehen meistens so aus, dass durch Untreue und Verwickelung die Verbindung nicht zustande kommt. Der untreue Mann wird bestraft und Undine bekommt aber auch keine Seele.

Das Synonym, das hinter der Naturphilosophie steckt, ist:

Undine ist das Synonym für die Natur und die Menschenwelt als Synonym für uns Menschen. Die Natur reicht uns die Hand, wir können zusammen mit ihr leben, wir dürfen sie nicht betrügen, nicht verraten, ansonsten wird sich die Natur rächen und es wird letztendlich keiner gewinnen.

Philosophischer Hintergrund

Undina

„Die Wasserfrau von Pyrmont“

In Bad Pyrmont gibt es mehrere Sammlungen von Märchen und Sagen aus der Gegend und eine davon ist:  „Die Wasserfrau von Pyrmont“, eine ähnliche Sage wie Friedrich de la Motte Fouqué sie ausgeweitet hat. Hier allerdings in schlichter Form am Hylligen Born gespielt.

Obwohl andere Personen in der Sage einen Namen tragen, trägt die Wasserfrau bislang keinen. Herrn Mehring kam die Idee, der Wasserfrau nach einer italienischen Fassung, den Namen Undina zu geben.

Jörg Schade und Carl Herbert Braun von der Theatercompany schrieben den Text und Herr Mehring die Musik dazu. So entstand ein Singspiel, das mehr in Richtung Oper zu betrachten ist.

Wessen Ohr hier noch nicht so geschult ist, was nicht schlimm wäre, versteht die Geschichte auch durchs Zuschauen.

„Undina, ist eine Figur, womit sich sicherlich viele Frauen identifizieren möchten. Hier und da hört man vielleicht ein Tuscheln: Ich wäre gerne wie Undina! Ich möchte auch so sein wie sie! Das wiederum finden Männer anscheinend sehr inspirierend. „


Mein Fazit:

Wenn ich Menschen begegne oder an Veranstaltungen teilnehme, wenn ich zuhöre, und sehe und dies als authentisch wahrnehme, dann ist es meistens so, dass mich die Begegnung nachhaltig zum Denken anregt. Dann entsteht für mich die größte Möglichkeit, etwas Positives im Anschluss aus der Begegnung / Veranstaltung mitzunehmen.

In diesem Fall, waren das meine Gedanken:

Wenn die Natur sein darf, dann ist sie!

Wenn natürliches Wasser, Wasser sein darf, dann fließt es!

Wenn wir natürlich sein wollen, dann lassen wir es fließen!

Reichen wir der Natur unsere Hand?

 

 


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