Kultur & Tradition
frauenOrt Theanolte Bähnisch


Im Fürstenbad Pyrmont kurte bereits in früheren Jahrhunderten die Prominenz aus Adel und Politik. Die Gräfin Magarethe zu Rietberg war 1505 der erste namentlich erfasste Kurgast. Vom „Bad der unverstandenen Frauen“ ist auch heute manchmal noch die Rede in Bad Pyrmont. Weniger bekannt ist allerdings, dass die Frauen in der Kurstadt Politik mach(t)en. Wir nehmen Sie mit auf eine spannende Reise durch die Vergangenheit.
Clara Damköhler
Die Hoteliersgattin Clara Damköhler (1874 – 1955) war die erste Bürgervorsteherin in Bad Pyrmont. Im Alter von 45 Jahren zog sie als einzige Frau in das „Bürgervorsteherkollegium“ ein. In diesem widmete sie sich im Lebensmittelausschuss den sozialpolitischen Belangen. Nach dem sie 1922 aus dem Rat ausschied, nahm sie u.a. im Beirat der „Bad Pyrmont AG“ weiter Einfluss.
Elisabeth Hoffmeier
Elisabeth Hoffmeier (1878 – 1979) setzte sich nach dem 2. Weltkrieg für den politischen Wiederaufbau ein. Sie kam 1943 aus dem zerstörten Hannover nach Bad Pyrmont. Die britische Militärbehörde berief Elisabeth Hoffmeier in den Kreistag von Hameln-Pyrmont und in den Stadtrat von Bad Pyrmont. Sie gehörte als einzige Frau den ersten beiden demokratisch gewählten Gemeinderäten an.
Friede Zetzsche
Friede Zetzsche (1897 – 1956) stammte aus einer politischen Familie und engagierte sich im Frauenring Bad Pyrmont. Sie führte diesen von 1948 bis 1956 als „unermüdliche Kämpferin für die Mitarbeit der Frau in kommunaler und politischer Arbeit“.
Frieda Technau
Frieda Technau (1899 – 1984) kam als Flüchtling nach Bad Pyrmont. Ihr gesellschaftliches Engagement hatte sie zur Europa-Union und zu den Johannitern geführt. In der Zeit von 1964 bis 1973 gehörte sie dem Stadtrat an, als einzige Frau. Darüber hinaus bekleidete die Christdemokratin als stellvertretende Vorsitzende des Sozial- und Wohnungsausschusses als erste Frau eine kommunalpolitische Führungsposition. Neben diesen Aufgaben widmete sie sich dem Deutschen Staatsbürgerinnen-Verband.