Das Tal der sprudelnden Quellen

Begleiten Sie uns auf einen kleinen Spaziergang und lernen Sie unsere Heilquellen kennen

 
In unserem Tal kommen, und das ist selten, zwei verschiedene Heilwassertypen vor: Calcium-Magnesium-Hydrogencarbonat-Sulfat-Säuerlinge und Natrium-Chlorid Quellen (Solequellen). Darüber hinaus gewinnen wir auch Kohlenstoffdioxid als Heilgas.

Dem Staatsbad stehen sieben Heilquellen für Bäder und die Trinkkur zur Verfügung:

Der Quellenspaziergang:

Der Brunnenplatz mit dem "Hylligen Born", dem "Brodelbrunnen" und dem "Augenbrunnen"

Der Brunnenplatz ist das Zentrum und der Ursprung Bad Pyrmonts. Hier sprudelten die Quellen schon lange bevor es den Namen Pyrmont gab und vor der Entstehung des Platzes.
Dass Quellen auf dem Brunnenplatz schon vor 2000 Jahren sprudelten und verehrt wurden, konnte im Jahre 1863 bewiesen werden. Als der Hyllige Born und der Brodelbrunnen neu gefasst wurden, entdeckte man in der Tiefe von etwa 4 m unter Gelände im Moorboden mehrere gut konservierte, umgestürzte Bäume. An den Wurzeln einer Linde wurden etwa 320 Opferstücke gefunden: Germanische Fibeln, Schnallen, Broschen, eine bronzene Schöpfkelle, römische Münzen und weitere Gegenstände.

Brodelbrunnen
Der Brodelbrunnen diente Badezwecken. Eine alte Holzrohrleitung, bestehend aus längs durchbohrten Baumstämmen, vom Brodelbrunnen zu dem 1777 erbauten Fürstlichen Badelogierhaus, wurde bei der Neugestaltung des Brunnenplatzes im Frühjahr 1999 gefunden. Das heutige Hotel Fürstenhof gilt als erstes Kurhotel der Welt, in dem man wohnen und eine Badekur durchführen konnte.

Augenbrunnen
Der Augenbrunnen trägt auf der Säule das Standbild der heiligen Odilie (Ottilie), der Schutzheiligen für das Augenlicht.

Der Hyllige Born (Trinkkur)
Der Hyllige Born ist die älteste der Pyrmonter Heilquellen.
Die erste schriftliche Erwähnung des Hylligen Born und des Brodelbrunnens als Heilquellen stammt von dem Dominikanermönch Heinrich von Herford aus der Zeit um 1350. Er beschreibt den Hylligen Born (fons sacer) und den Brodelbrunnen (fons bulliens), dessen lautes Brodeln man noch auf Armbrustschussweite hören konnte.
Die Fassung der Quelle "Der Hyllige Born" befindet sich unter dem Brunnentempel.
Sie besteht aus einer Betonglocke, unter der sich das Quellwasser sammelt und durch den CO2-Gasdruck mittels Leitungen in Vorratsbehälter in der Wandelhalle befördert wird. Der Hyllige Born schüttet etwa 4-5 Liter pro Minute. Er war seit jeher die "Trinkquelle" und wird noch heute zur Trinkkur für die Durchspülung der harnabführenden Wege verwendet.

Charakteristik des Wassers
Säuerling

Das Wasser enthält folgende wertbestimmende Bestandteile:

Magnesium: 34,6 mg/l

 Sulfat: 141 mg/l 

Calcium: 140 mg/l 

Hydrogencarbonat: 400 mg/l 

Kohlenstoffdioxid: 1.430 mg/l


Helenenquelle
Die Helenenquelle sprudelt natürlich (artesisch) aus einem Steigrohr, das 16m tief bis in den Buntsandstein getrieben ist. Sie schüttet konstant um 200 Liter Wasser pro Minute. Die Helenenquelle wird sowohl zur Trinkkur als auch zur Badekur verwendet. Wegen ihres Calcium-Gehaltes von 500-600 mg/l wird Sie zur unterstützenden Behandlung von Osteoporose angewendet. Trinkt man 1 Liter Helenenquelle, so hat man etwa den halben Tagesbedarf des Körpers an Calcium aufgenommen. Die Helenenquelle hat auch einen hohen Eisengehalt (um 17 mg/l) und wird daher zur Vorbeugung alimentärer Eisenmangelzustände getrunken. Den hohen Eisengehalt kann man gut in der Schlossgraft am Eingang zum Palmengarten sehen, wo das abgeleitete, überschüssige Quellwasser die Steine rötlich gefärbt hat.

Die im Jahre 1844 vom Pyrmonter Badearzt Dr. Karl Theodor Menke entdeckte Quelle an der Klosterallee wurde nach der Fürstin Helene zu Waldeck und Pyrmont (1831 – 1888) benannt.

Charakteristik des Wassers
Calcium-Magnesium-Sulfat-Hydrogenkarbonat-Säuerling

Das Wasser enthält folgende wertbestimmende Bestandteile:

Calcium: 573 mg/l

 Magnesium: 115 mg/l

 Sulfat: 1.110 mg/l 

Hydrogencarbonat: 933 mg/l

Kohlenstoffdioxid: 2.550 mg/l


Friedrichsquelle (Trinkkur)
Etwa 150m nördlich der Helenenquelle im "Friedrichspark" entspringt die Friedrichsquelle. Hier stand noch bis zu Beginn des vorigen Jahrhunderts großflächig Moor an, das für Badezwecke abgebaut wurde. Bei diesen Arbeiten fand man 1908 eine Mineralquelle. Sie wurde 1915 gefasst und ein Brunnenschacht wurde 8m tief niedergebracht. Ein Steigrohr ist dort mit einem Abdecktrichter auf den mineralisiertes Grundwasser führenden, mittleren Buntsandstein gesetzt. Der artesisch fließende Brunnen ist mit einem kleinen Quelltempel mit einem freien Auslauf überbaut. Die Quelle schüttet etwa 40 l Heilwasser pro Minute. Sie wurde nach dem letzten regierenden Fürsten Friedrich zu Waldeck und Pyrmont benannt (1865-1946).

Charakteristik des Wassers
Calcium-Magnesium-Sulfat-Hydrogencarbonat-Chlorid-Säuerling

Das Wasser enthält folgende wertbestimmende Bestandteile:

Calcium:455 mg/l

Magnesium: 88,8 mg/l

Sulfat: 784 mg/l

Hydrogencarbonat: 654 mg/l

Chlorid: 276 mg/l

Kohlenstoffdioxid: 1.565 mg/l


Trampel´sche Quelle (Trinkkur)
Wann die Trampel´sche Quelle entstanden ist, ist nicht überliefert. Benannt wurde sie nach dem Pyrmonter Badearzt Dr. Johann Erhard Trampel (1737-1817). Er erwarb das Haus des Badearztes Dr. Seip an der Brunnenstraße (jetzt: Ratskeller) mit dem Garten, in dem diese CO2-haltige Mineralquelle entspringt und nutzte sie für seine Privatbadeanstalt.
Die Trampel´sche Quelle ist geringer mineralhaltig als die Friedrichsquelle. Der Mineralstoffgehalt der Heilquellen nimmt ab, je höher wir den Berghang hinauf gehen. Der Gehalt an CO2-Gas ist jedoch bei allen Quellen beträchtlich. Die Quelle ist in einem in den Hang getriebenen Stollen gefasst. Im Jahre 1999 wurde die Quellfassung saniert, dabei wurde festgestellt, dass Mineralwasseraustritte sowohl in der Quellkammer als auch in der Vorkammer vorhanden sind, die hydraulische Verbindungen haben. Die Gesamtschüttung der Quelle nahm von etwa 40 l/Min. auf über 70 l/Min. zu.
Es ist ein sehr angenehmes, wohlschmeckendes Heilwasser.

Charakteristik des Wassers
Säuerling

Das Wasser enthält folgende wertbestimmende Bestandteile:

Calcium: 158 mg/l

Hydrogencarbonat: 405 mg/l

Magnesium: 38,8 mg/l

Sulfat: 184 mg/l

Kohlenstoffdioxid: 1.720 mg/l


Wolfgangquelle (Trinkkur)
Die Wolfgangquelle ll wurde als Ersatz für die ehem. Salztrinkquelle "Wolfgangquelle l" im Jahre 1956 erbohrt und mit einem kleinen Häuschen überbaut. Direkt hinter dem ehemaligen Salinenbadehaus an der Solbadstraße war hier ein günstiger Bohrpunkt gefunden worden. In einer Tiefe von 28m unter Gelände wurde ein schwach kochsalzhaltiger Säuerling erschlossen, ein sehr schmackhaftes für die Trinkkur geeignetes Heilwasser. Das Wasser wird mit einer Pumpenleistung von 8 l/Min. gefördert und durch die Heilwasser-Leitung in die Wandelhalle und das Königin-Luise-Bad transportiert.

Die Quelle wurde nach Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) benannt zur Erinnerung an seinen Kuraufenthalt im Jahre 1801.

Charakteristik des Wassers
Natrium-Chlorid-Säuerling

Das Wasser enthält folgende wertbestimmende Bestandteile:

Natrium: 1.708 mg/l

Kohlenstoffdioxid: 2.390 mg/l

Chlorid: 2.290 mg/l


Hufeland Quelle (Trinkkur)
Diese früher nach dem vormaligen Grundstückseigentümer auch "Schäferquelle" genannte Heilquelle ist als Ersatz für die Hufelandquelle I ausgebaut worden. Es handelt sich um den 1923 bei der Thermalbohrung Pyrmont 1 in etwa 37m unter Gelände angetroffenen Natrium-Calcium-Chlorid-Sulfat-Säuerling, der 1938 gefasst wurde. Weithin sichtbar ist das Gebäude in den Löwenser Wiesen, in dem sich die Quelle und ein Reservoir befindet.
Das Heilwasser wird zu Badezwecken im Kursanatorium am Königsberg (Blindenheim) und zur Trinkkur in der Wandelhalle und im Königin-Luise-Bad genutzt.

Die Quelle ist nach dem Leibarzt der Königin Luise von Preußen, Prof. Christoph Wilhelm Hufeland (1776 - 1836) benannt worden.

Charakteristik des Wassers
Natrium-Chlorid-Sulfat-Wasser

Das Wasser enthält folgende wertbestimmende Bestandteile:

Natrium: 3.440 mg/l

Sulfat: 2.180 mg/l

Chlorid: 4.910 mg/l


Salinenquelle (Solewannenbäder, Solebewegungsbäder, Soleschwimmen)
Am Mühlenbergweg wurde in den Jahren 1856-1859 eine Bohrung bis zu einer Tiefe von 227 m unter Gelände niedergebracht. Es wurde eine etwa 5%ige Sole mit einer Temperatur von ca. 16 °C erschlossen. Der Wasserspiegel im Bohrloch stieg bis auf etwa 190 m unter Gelände an. Über der Bohrung wurde ein Bruchsteingebäude mit Turm gebaut. Von der Solebohrung "Salinenquelle l" wurde eine Leitung zum Badehaus "An der Saline" verlegt. Die Zahl der im Salinenbad abgegebenen Wannenbäder von 13.403 im Jahre 1859, stieg schon nach fünf Jahren auf 22.706 an. 1905 wurde eine Leitung von der Salinenquelle nach Pyrmont verlegt, so dass auch im Heiligenangerbad (heute Teil des Steigenberger Hotels) Solebäder abgegeben werden konnten. Die Salinenquelle l ist bis heute Hauptlieferant für alle Solebadeinrichtungen des Staatsbades Pyrmont (Hufeland Therme, Königin-Luise-Bad, Klinik Der Fürstenhof). Wegen dieser Abhängigkeit wurde 1968 - 1970 wenige Meter neben der Salinenquelle l eine neue Solebohrung bis auf eine Tiefe von 450 m unter Gelände niedergebracht. Die Bohrung reicht bis in den unteren Buntsandstein. Sie liefert eine Sole, die vergleichbar ist mit der Salinenquelle l. Damit ist die Versorgung des Badebetriebes gesichert.


In der Wandelhalle werden 6 Heilquellen ausgeschenkt. Hier kann man die Trinkkur in traditioneller Weise, durch die Wandelgänge bummelnd, genießen.

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